Visualisierungstechnologien, welche mittlerweile schon zum Alltäglichen gehören, rekonfigurieren unser Selbstverständnis. Auf Internetplattformen sind Kamerafahrten durch Nasenhöhlen verschiedenster Personen veröffentlicht, Supermarktketten nehmen sich der gesunden Ernährung an und bewerben ihre Produkte mit der Darstellung eines kraftvollen Mannes durch dessen Rücken die Visualisierung eines gesunden, starken Herzens scheint. Die Grenzen von Privat undÖffentlich verlagern sich aufs Neue. Endoskopische Bilder veröffentlichen nie gesehene Körperhöhlen - ähnlich drastisch und gleichzeitig gewöhnlich wie das erste Satellitenbild von der Erde. Dem Abbild wird zum Teil eine größere Vollständigkeit und Nähe zum Abgebildeten zugetraut, als ihm (dem Abgebildeten) selbst. Diese Verlagerung vom Haptischen ins rein Visuelle kommt in zugespitzter Form in der medizinischen Praktik der sogenannten Joystick Operation zu tragen.
Das Moment des (absurden) Abbilds verwendend, wurden Tonorgane danach geformt. „fig. a. b. c.“ ist eine Art Übersetzung. Wissen, das sich über Bilder vermittelt, wird untersucht, nachgeformt, übersetzt, versucht zu wissen. Die archaische Geste, des Nachformens in Ton, funktioniert als Annäherung an das vermeintlich nicht sichtbare und befragt das Sichtbare nach dessen Erkenntniswert. Die Größe der Organe ist mit einem Durchmesser von ca. 15 Zentimeter an einander angepasst. Es wird versucht DAS Herz, DIE Lunge und DER Magen nachzuvollziehen. Die Fotografie bringt die laienhaft ausgeführten Objekte zurück auf den Seziertisch und überführt sie somit wieder der objektiven Betrachtung.
fig. a. b. c. wird als fotografische Arbeit, wie auch als Objekt gezeigt.