Augenblick! mouches volantes und die Sicht der Dinge

Synopsis:

Unter bestimmten Bedingungen (beispielsweise, wenn wir mit zusammenge­kniffenen Augen in den Himmel schauen) ist es uns möglich, ohne zusätzliche Instrumente Strukturen wahrzunehmen, die innerhalb des eigenen Auges lie­gen. Eines der bekanntesten dieser Phänomene sind die sog. mouches volantes (franz., “fliegende Mücken”), kleine fadenartige Gebilde, die durch unser Gesichtsfeld schweben und huschende Bewegungen machen, sobald sich die Blickrichtung ändert. Auf den ersten Blick harmlos, halten sie jedoch eine epistemologische Hinterlist bereit: obwohl beinahe jeder bestä­tigen wird, Wahrnehmungen dieser Art zu kennen, scheint es nicht möglich, eine direkte Sicht auf dieses Phänomen mit anderen zu teilen, da die Ursache dieser Wahrnehmung im eigenen Auge des Beobachters liegt (womit sie in die Nähe von Illusion und Halluzination rückt).

Ausgehend von dieser Dichotomie wird mit dem Objekt \“mouches volantes und die Sicht der Dinge\“ der Versuch einer Erkundung dieses faszinierenden Mikrokosmos zwischen Innen- und Außenwelt unternommen. Kann man den Blick von Innen nach Außen, das eigene Erleben, intersubjektiv zugänglich machen? Welche Rolle spielt dabei Forschung (Beobachten) und welche Kunst (Betrachten)? Kann man aus dem Auge heraus filmen? Und: Wie könn­te ein Bild aus-schauen, das den Rahmen innen und den Inhalt außen hat?

Kurzbeschreibung des Objekts: Sujet des Auges in Form eines Kuchens, vertikal montiert auf digitalem Bilderrahmen, 250x200mm, in dem ein Film mit einer blauen Kuchenform gezeigt wird, um die eine Schar mouches volantes (wessen?) Augenbewegun­gen folgt.