„Unsichtbares Raumschiff“

Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2009. Wie jedes Jahr schweben pünktlich zum Ende des Septembers und Anfang des Okto­bers unzählige Raumschiffe durch das klare und kalte Wasser in den Tiefen der Nordsee und des Nordpolarmeers.

Knapp ein Hundert bis ein Tausend Meter unter Null sind sie zu finden; aber das ist nicht der einzige Grund, warum sie dem menschli­chen Auge normalerweise verborgen sind. Es sind nämlich kaum über einen Zehntel Millimeter große Winzlinge, genauer gesagt Larven einer Lampenmuschel (Brachiopoda). Tage und Wochen ziehen sie ihre Bahnen durch die Dunkelheit, bis sie schließlich einen geeigneten Ort gefunden haben, an dem sie den Rest ihres Lebens angeheftet als muschelartiges Wesen verbringen.

 

freischwimmende Larve (120 µm Länge) von Macandrevia cranium (Brachiopoda); nachcolorierte Aufnahme am Rasterelektronenmikros­kop Fei Quanta 200 (1313x; 20,0 kV)