„Ganz und gar kein Obst“

Dieses appetitlich anmutende Etwas ist weder vitaminreich, noch würde es auch nur annähernd sättigen. Süß ist es allemal.

Denn dieses Foto entstand kurz nach dem Lebensbeginn eines ungewöhnli­chen Tieres, nachdem die befruchtete Eizelle sich dazu entschlossen hatte, durch viele Furchungsteilungen zu einer Zellkugel zu werden. Dass Assoziationen dieser Zellkugel zu einer Himbeere noch verstärkt werden, ist der darauf folgenden Einstülpung zu verdanken – dem Urdarm.

Beim abgebildeten Tier handelt es sich folglich um das Urdarm-Stadium (Gastrula) einer Lampenmuschel (Brachiopoda), welches sich in seinem weiteren tierischen „Werdegang“ zunächst in eine einem Raumschiff ähnelnde Larve verwandelt. So lebt sie für einige Zeit nahezu schwerelos im freien Ozean, bevor sie sich ein geeignetes Plätzchen sucht, daran andockt und eine erneute Verwandlung durchmacht. Diese Metamorphose ist so schwerwiegend, dass ein muschelartiges Wesen entsteht – mit großen Ähnlichkeiten zu einer Lampe aus Tausend und Einer Nacht.

Gastrula-Stadium (100 µm Durchmesser) von Macandrevia cranium (Brachiopoda); nachcolorierte Aufnahme am Rasterelektronenmikroskop Fei Quanta 200 (1750x, 20,0 kV)